Kapitel 1: Der Ursprung des Clans der Mafeix-Riktanz
Die Gurke schlug ein letztes Mal auf den ausgehöhlten Kürbis und beendete so die bezaubernde und innovative Melodie... jedenfalls fand Bendiga sie bezaubernd und innovativ.
Leider war das Publikum nicht derselben Meinung, denn als er den Hut herumgehen ließ, erntete er nur müde Blicke und keinen einzigen Kama.
"Letztes Mal wurden wir wenigstens mit Tomaten beworfen", bemerkte Ronkarly als sie die Taverne verließen. "Da gab's zumindest Tomatensalat zum Abendbrot und mit der Haut konnte ich meine Schellentrommel basteln!" Dabei spielte er ein paar Takte in e-Moll.
"Stimmt, aber auch damals machte das den Kohl nicht fett!" meinte Branum und wollte noch etwas hinzufügen, als Kroone seine Avocado-Rasseln auf den Boden warf, nach seiner Riesengurke griff und brüllend auf die Taverne zustürzte: "Ich werd's diesen Idioten zeigen! Ich werde diese Idioten, die nichts von unserer Kunst verstehen, umbringen! Alle!!!
Seine drei Brüder mussten alle Kräfte aufbringen, um ihn zurückzuhalten.
In der Welt der Zwölf war die « Percussion auf rohem Gemüse » nicht gerade in Mode. Und Pantomime auch nicht, wie Bendiga, Ronkarly, Branum und Kroone an jenem Abend feststellen mussten. Sie saßen um ein kleines Feuer, das bald ohne Holz ausgehen würde.
"Wir sind Visionäre, Avantgardisten" erklärte Bendiga, "aber unser Publikum begreift das nicht, wir müssen daher den ersten Schritt machen und..." Ein plötzliches Grummeln unterbrach ihn. Es war Ronkarlys Bauch. Alle Blicke richteten sich auf ihn:
"Ich bin so hungrig! Heute...ich hätte heute beinahe meine Trombohne aufgegessen..." und brach in Tränen aus.
Den anderen knurrte der Magen ebenfalls, aber sie versuchten, sich nichts anmerken zu lassen.
Bendiga fuhr fort, ohne seinen Bruder weiter zu beachten:
- "So geht das nicht weiter. Es ist bedauerlich, aber wir müssen uns an unsere Zeit anpassen. Heutzutage interessiert die Leute nur eines..."
- "Du meinst die Dofus?" fragte Branum erstaunt.
- "Ich meine Mittel und Wege, sie zu bekommen..." deutete Bendiga an. "Na, versteht ihr denn nicht?"
Sie verstanden nicht. Aber Kroone meinte:
- "Meinst du etwa...Schlägereien?"
- "Genau das meine ich, kleiner Bruder! Schlägereien! Habt ihr es schon gemerkt? Egal was für Sachen aufgeführt werden, die Gäste interessieren sich lieber für Schlägereien, als für das, was auf der Bühne passiert!"
- "Das stimmt", musste Ronkarly zugeben.
- "Aber glaubst du wirklich, dass die Leute endlich unser Talent würdigen werden, wenn wir eine Aufführung mit "Schlägereien" veranstalten? Dass sie dafür Geld ausgeben werden?" Branum hatte seine Zweifel.
- "Ganz klar, denn unsere Aufführungen werden interaktiv sein! Kein mit-dem-Hut-durch-die -stummen-Ränge-gehen mehr! Wir bedienen uns direkt aus den Taschen unserer Fans: In-ter-ak-ti-vi-tät ist die Devise! Das ist echt modernes Showbiz! »
Bendiga stand voller Begeisterung auf und mit dem Stecken, den er zum Schüren des Feuers benutzt hatte, zeichnete er auf dem Boden eine vereinfachte Banane mit einem Kreis oben drauf.
- "Dies wird unser Symbol sein."
- "Sieht wie ein lächelnder Zyklop aus, als würde er grinsen..." meinte Branum.
Der Clan des Mafeix-Riktanz war geboren.
Kapitel 2 :Der vergessene Clan und sein verlorener Schatz
Mehrere Monate lang plünderte der Clan des Mafeix-Riktanz die Gegend von Amakna und überschattete sogar die Taten der Halsabschneider. Der Erfolg ihrer Show war so überwältigend, dass zahlreiche junge Leute die vier Brüder vergötterten und baten, in die Gruppe aufgenommen zu werden.
Selbst auf dem Land, wo sich die Brüder zu verstecken versuchten, wurden sie von dem einen oder anderen hartnäckigen Fan aufgespürt.
So wurde beschlossen, die Pforten des Clans allen die beitreten wollten zu öffnen.
Man musste nur ein Schwert zu handhaben wissen oder sich mit Bogen, Stecken oder Stab auskennen. Außerdem musste das Kostüm mit dem Symbol des Mafeix-Riktanz versehen werden.
Die Jahre vergingen. Und es ging das Gerücht um, der Clan habe sich durch ständiges Wachsen ein riesiges Vermögen zusammengescheffelt. Dazu kam die ''Perfektionierung der Schauspieltechniken", aus denen echte Kampftechniken entwickelt wurden und die dazu beitrugen, die Zuschauer um ihre Kamas zu bringen.
Aber das Abenteuer nahm mit dem unerwarteten Verschwinden der vier Begründer ein jähes Ende. Sie hinterließen eine Horde von untätigen Fans und ein Schriftrollenfragment mit einem Rätsel.
Diesmal gingen Jahrhunderte ins Land und niemand war imstande, das Rätsel auf der Schriftrolle zu entschlüsseln. Die immer noch zahlreichen Erben des Clans hatten ihre Tätigkeiten eingestellt und sind zu den Bewohnern in der Welt der Zwölf zurückgekehrt. Sie erkennen sich untereinander durch geheime Zeichen, aber sie legen niemals ihre Kostüme an, um eine Vorführung zu geben oder eine Herberge oder ein Nachtlokal zu erpressen.
Der Clan des Mafeix-Riktanz wäre so ohne das Eingreifen von Yrucrem in Vergessenheit geraten.
Yrucrem war einer der ersten Rekruten des Clans und nach dem Verschwinden der vier Brüder, ihr Erbe. Als er sah, dass der Clan im Auflösen begriffen war, traf er verzweifelt eine drastische Entscheidung: Die Schriftrolle unterm Arm, überquerte er den großen Platz von Astrub, nagelte das Stück mit Schwung vor allen Augen an einen Pfosten und schrie laut das Motto des Clans: "Chomassgohonn!"
Jeder der neugierig ist, kann also Folgendes lesen:
Bleib dem Wasser fern und iss einen Apfel!
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Kapitel 3 :der wiedergefundene Schatz und die Zauberformel
Nach der Geste Yrucrems, machten sich zahlreiche Abenteurer auf die Suche.
Das Rätsel wurde nach und nach von den Schlausten unter ihnen gelöst und führte sie schließlich zum Hüter des Schatzes.
Es handelte sich in der Tat um eine Formel, nämlich die verborgene Technik der vier Brüder, mit der sie ihren Zuschauer mit jener Leichtigkeit das Geld abnahmen, die zu ihrer Legende beitrug.
Sobald die Formel gelesen wurde, löste sie sich in Luft auf und verbreitete sich in der Welt der Zwölf, bis sie sich schließlich in alle Winde zerstreute.
Für ein paar Tage lang wurden die Handlungen von Dieben, Schatzsuchern und Schnüfflern jeder Art von nie dagewesenem Erfolg gekrönt.
Und dann ging das Leben in Amakna weiter, vom Nimbus der Überraschung und des Zaubers umhüllt
Trotzdem blieb das Ereignis nicht ohne Folgen für den Clan der Mafeix-Riktanz, der aus dem plötzlich wieder auflebenden öffentlichen Interesse Nutzen zog und erneut die Bühne mit vielen Aufführungen betrat. Ihre Bastonnade-Show" wurde somit weit über die Grenzen des Jahrmarktes des Trools berühmt, wo ihnen Leonzi Trool, ein Gefährte Yrucrems, lange Zeit Unterschlupf gewährt hatte.
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