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Der Schwarze Rabe

Von [Ankama]DOFUS - ADMIN - 22. Mai 2019 16:00:00

Das alles war völlig neu für Verukter Mister und Nada Skelett. Noch nie hatten sie die Abnormität aus solcher Nähe gesehen. Noch nie waren sie derart in eine Angelegenheit verstrickt und verwickelt worden. Als wären die Rollen vertauscht worden: als hätte die Angelegenheit sie beobachtet und studiert, bevor sie sie nach und nach in ihr Raster einordnete. Verschlang. Verdaute. Und im Fall von Agent Mister … wieder ausspuckte!

Eniripsa-Zentrum von Astrub
11:27 Uhr

Verukters Augenlider flatterten hinter seinen Bandagen. Seltsamerweise waren Letztere nicht Folge von tatsächlichen Verletzungen, wie man ihnen oft in einem Heilzentrum wie diesem hier begegnet, sondern eine reine Vorsichtsmaßnahme, falls es zu Verwundungen kommen sollte. Die Xélors trugen Bandagen, um sich vor Verletzungen zu schützen, die ihnen manchmal bei ihren kleinen Zeitüberschreitungen zugefügt wurden. Man hatte Agent Mister jedoch weder auf eine solche Reise noch auf eine solche Behandlung vorbereitet! Er hatte das Gefühl, als wäre er aus einer Getreidemühle gezogen worden … oder aus dem Magen des Riesenkrakamors!

„Guten Tag, Herr Mister. Schön, dass Sie zu uns gefunden haben.“

Die süße, warme Stimme stammte von einer weiblichen, beinahe katzenhaften Gestalt. Verukters Augen gewöhnten sich an die Umgebung. Er entdeckte eine junge Eniripsa mit blonden Haaren, die von ihren Schuhen bis zu den Maunzmiez-Ohren ihres Haarreifs in Weiß gekleidet war.

„Sind wir uns schon mal begegnet?", fragte Verukter zögernd.

„Wir sind uns schon mal über den Weg gelaufen, ja. In einem völlig anderen Zusammenhang … aber Sie sind im Moment außer Gefahr“, versicherte ihm Gabi Galle.
„Ich bin fix und fertig“, seufzte der Xélor.
„Das ist ganz normal nach dem, was Sie durchgemacht haben … Wie dem auch sei, es wartet bereits Besuch! Jemand hat geduldig gewartet, bis Sie aufwachen …“

Sogleich zeigte sich ein Lächeln auf den trockenen Lippen von Agent Mister:

„Habe ich dir so sehr gefehlt?“, fragte er selbstsicher, ohne dass es ihm gelang sich aufzurichten.

„Sie haben der gesamten Behörde gefehlt, Agent Mister.“

Er machte große Augen. Das war nicht die Stimme von Nada, sondern die von Retlaw Renniks! Verukter versuchte, sich aufzusetzen und verzog das Gesicht.

„Bemühen Sie sich nicht“, entgegnete sein Vorgesetzter, erhob sich aus seinem Sessel und ging zum Kopf des Bettes hinüber.

„Wo … wo ist Nada?“
„Agentin Skelett ist auf Mission unterwegs. Eine neue Spur.
„Ah …“ (Man konnte eine leichte Enttäuschung in der Stimme des Xélor vernehmen.)
„Sagen Sie mir bitte, wenn es zu anstrengend wird, aber Sie müssen mir sagen, was mit Ihnen passiert ist, Agent Mister …“
„Ich werde es versuchen …“ (Er stöhnte auf, als die Eniripsa sein Bett hochstellte, damit er eine halbsitzende Position einnehmen konnte.) „Danke …“
„Ich komme gleich mit der Medizin zurück“, warnte ihn die strahlend schöne Gabi schon mal vor, bevor sie das Zimmer verließ.

Eine kurze Stille trat ein.

„Wo … soll ich anfangen?“

„Am besten am Anfang …“
„Alles war schwarz … Ich habe ein Licht gesehen. Ich bin ihm gefolgt. Eine Eniripsa hat mich dann gepackt und da rausgeholt. Ich war nackt. Mir war kalt, ich war klatschnass … Sie hat mich umgedreht, um mir einen Klaps auf den Hintern zu geben. Ich habe angefangen zu weinen. Dann hat sie mich in die Arme meiner Mutter gelegt. Ich hatte Hunger, da traf es sich gut, dass …“
„Spielen Sie hier nicht den Schlauberger, Mister!“, knurrte Renniks ungeduldig. „Erzählen Sie mir von der Entführung!“

 

*****

„Ich erinnere mich an ein Summen.

Dann so ein Gefühl, als ob man fällt, so wie das, von dem man manchmal aufwacht. Wissen Sie, was ich meine? Dann wurde mir plötzlich klar, dass ich durch den Raum schwebte, zu Hause bei Skelett. Da war diese fliegende Maschine: die Proto-Noxine. Dieser Ridu Schern hatte uns verständigt, mal wieder … Ich hatte den Eindruck, dass dieses mechanische Insekt mich sondierte. Und dass es auf die Befehle dieses … Xélors hörte.“

„Noximilian?“

„Ja … der Uhrmacher. Was mich schnell erstaunte, war, dass er viel mehr Fragen zu haben schien als ich. Er wusste, dass Skelett und ich Nachforschungen zu den Zeitanomalien anstellten – übrigens wusste er bis zu diesem Zeitpunkt nicht, worum es sich handelte. Wir haben ihn erst auf die richtige Spur gebracht – er hat uns beobachtet, von der anderen Seite des Zaaps, um zu verstehen … was er war. Was er und all die anderen waren.

Als ich ihn getroffen habe und diesen seltsamen Spiegel durchquert hatte … ab da wird es verschwommen.

Ich erinnere mich, dass ich gelegen habe. Manchmal war er allein, manchmal kam er in Begleitung von … Gästen. Ich habe das furchtbare Lachen von Léorictus vernommen, den Gestank des Schlicks der Qual gerochen, Juliths Umhang gestreift. Ich erinnere mich nur an bruchstückhafte Unterhaltungen und dieses schreckliche Gefühl, im Schlaf beobachtet zu werden. Einige von ihnen sagten: „Er weiß nichts! Töten wir ihn!“ Andere hingegen verteidigten mir: „Rührt ihn nicht an! Versuchen wir mehr herauszufinden. Und wenn wir es nicht schaffen … lassen wir ihn frei!“ Es gelang mir, ihre Stimmen zu identifizieren. Sie kamen mir schon fast vertraut vor. Bis auf … eine.

„Die Stimme eines Individuums, das wir noch nicht erfasst haben?“

„Ja … Er ist nicht näher gekommen. Drehte mir den Rücken zu. Seine Gestalt war beeindruckend. Die dunklen Federn verliehen ihm eine finstere Aura. Aber das Schlimmste war seine Stimme. Eine unglaublich tiefe … Grabesstimme … sie schien dem finstersten Ort zu entspringen, der nur existieren kann. Schwärzer als der Hintern eines Tauren in einer mondlosen Nacht …

„Ersparen Sie mir Ihre poetischen Anwandlungen, Mister … Sonst noch was?“

„Ja! Er wiederholte immer wieder diesen einen Satz, den er aber nie zu Ende bringen konnte … Die anderen unterbrachen ihn ständig. Ich glaube, es ärgerte sie. So etwas wie:

„Fürchtet das Feuer der Finsternis! Fürchtet euren schlimmsten Albtraum! Erzittert vor der Macht des …“

„Vor wessen Macht?“

„Das weiß ich nicht mehr. Einmal ist er bis zum Ende gekommen. Hm … „Erzittert vor der Macht des … Finsteren Gefiederten!“ oder etwas in der Art …“

„Sehr charmant … Aber was wollten sie Ihrer Meinung nach von Ihnen?“

„Ich hatte den Eindruck … dass sie Antworten von mir erwarteten. Dass sie an einer Art Amnesie litten … dass sie einen Teil ihres Lebens vergessen hatten … vergessen hatten, was sie hergeführt hatte. Ich hatte nicht den Eindruck, dass der wahre Champion der Morgenröte anwesend war, der echte Persimol. Auch die üppige Dathura nicht. Die ganze Zeit über … hatte ich den Eindruck, es mit Spiegelungen zu tun zu haben … mit nichts weiter als blassen Kopien.

„Das bringt uns leider nicht viel weiter …“

Herausgerissen aus ihrer Epoche. Fern der Realität. Gefangen auf der anderen Seite des Zaaps. Jetzt wird mir einiges klar! Auf gewisse Weise … sind sie Anomalien. Zeitanomalien.

„Ihr Sinn für Metaphern – auf wenn er diesmal nicht anzüglich ist – bringt uns auch nicht weiter, Mister …“

„Er war es, der mich zwischen die Räder von Xélors Uhrwerk geworfen hat.“

- Wer?

Der Finstere Gefiederte! Irgendwann schienen sie dann von einer größeren Autorität überrascht worden zu sein … Von einem Wesen, das ihnen überlegen war oder zumindest beeindruckend genug, um sie in Angst und Schrecken zu versetzen. Dieses Wesen wusste nichts von meiner Gegenwart und sie wollten mich vor ihm verbergen. Wie Kinder, die man dabei ertappt, wie sie einer FlieFliege die Flügel ausreißen. Der finstere Rabe hatte diese Idee gehabt … Sie schienen Zugriff auf eine andere Bresche zu haben: Sie führte direkt zum Pendel des Gottes der Zeit. Sie haben mich dort in der Eile hinverfrachtet wie ein altes Pfirsich Fress-Kaugummi und ich glaubte für einen Augenblick, dass sie mich dort lassen wollten. Es war heiß und feucht. Unaufhörliches Ticken. Glockenschläge. Die Totenglocke … Und diese teuflischen Larven!

„Beruhigen Sie sich, Mister. Ihr Fieber scheint wieder zu steigen … Irgendetwas sagt mir, dass die ganze Sache noch nicht erledigt ist … Ruhen Sie sich jetzt erst mal aus, ich komme später noch mal vorbei.

*****

„Mister? Ich bin’s …“

Seine Lider hoben sich schwer. Dann öffnete er die Lippen.

„Skelett?“

- „Ja …“

Die Sram mit der wilden Mähne hatte sich über ihn gebeugt. Dieser Anblick verlieh ihm sofort neue Energie. Aber nicht so sehr wie das, was sie als Nächstes tat: Sie kniff ihn in den Arm … und drehte die Haut um! Verukter fuhr mit einem Schmerzensschrei hoch.

„Das wird dich lehren, mich noch mal im Stich zu lassen, du Faulpelz!“, schimpfte Agentin Skelett. „Hoch mit dir! Du wirst hier bestimmt keine ruhige Kugel schieben, während ich da draußen unsere Mission allein erledige! … Hier! Sieh dir das an …“

Sie hielt ihm ein großes, in der Mitte gefaltetes Blatt hin. Er wurde leichenblass hinter seinen Bandagen und faltete es auseinander.

Das ist er! “, entfuhr es ihm.

- „Wer?“
„Das werde ich dir erzählen …“

Auf der Seite, die aus einer Zeitung herausgerissen worden war, war der finstere Rabe zu sehen, der ihn hatte in der Versenkung verschwinden lassen. Die Überschrift lautete: „Eine Abenteurergilde geht dem Schwarzen Raben an die Federn!“

Der Schwarze Rabe, genau!!!

„Hast du auf das Datum geachtet, Mister?“, erkundigte sich Agentin Skelett.

Er sah auf den unteren Rand der Zeitung. Nach der anfänglichen Überraschung musste er lachen. Der Artikel stammte vom 14. Javian … 981!

„Sie war am Zaap des Verschütteten Dorfs angenagelt …

„In Frigost??“
„Japp!“, stimmte sie zu und warf ihm eine Daunenjacke mit Pelzkapuze an den Kopf. „Dann mal los! Wir werden jetzt dafür sorgen, dass deine Temperatur wieder sinkt …“
„Oh neeeiiiiin … Nicht Frigost …“, schluchzte der Xélor, der sich unter seinem Federbett wand.

Fortsetzung folgt …

Und ihr, habt ihr es schon mit dem schwarzen Raben aufgenommen …?

Erzählt es uns in den Kommentaren!

 

Seht euch das Update Eliokalypse: Resonanz jetzt in DOFUS an!

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