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Weiß wird Schwarz

Von Mantikor 02. November 2012 19:46:17

Ich habe in letzter Zeit nicht genug zu tun. Daher habe ich beschlossen mich ein wenig als Autor zu versuchen. Mal schauen ob ich kreativ genug für so etwas bin.
Zur besseren Übersicht werde ich abwechselnd mit meinem Hauptaccount Mantikor und meinem Twinkaccount Gytrash posten.
Da ich noch nicht alles einfach fertig habe, sondern mir immer was neues einfällt kann es sein, dass ich alte Kapitel überarbeite um noch etwas einzubauen, dass Auswirkung auf eines der neuen Kapitel hat. Falls dies passiert werde ich die editierten Textstellen eine Zeit lang fett dazuschreiben damit man leicht erkennt, was sich ändert. Ich werde jedoch versuchen diese Methode so wenig wie möglich zu benutzen.
Kommentare und anderes bitte hier posten.

Kapitelübersicht:

1. Ein tragischer Zwischenfall
2. Das Verfahren
3. In der Kanalisation
4. Diebstahl im Schatten
5. Der Friedhof der Verdammten
6. Dialog in Gisgoul
7. Kleine Zwischenfälle 

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1. Ein tragischer Zwischenfall

Der Wind weht durch die dunklen Gassen. Am Ende der Straße steht eine Gestalt. Der Ecaflip wickelt sich fester in seinen Umhang. Sein Fell schützt ihn zwar vor der Kälte, aber nicht gut genug. Deshalb trägt er noch einen langen schwarzen Umhang. Dieser hält ihn warm und zeigt anderen, dass er ein Mitglied der Stadtwache ist.

Ceracas wurde nahe von Brâkmar geboren. Genau genommen im Sidimote-Gebiet an einer Lichtung von Olivioletta-Bäumen. Seine Eltern haben ihm die Geschichte hunderte Male erzählt.
Er kam vollkommen still auf die Welt. Er weinte nicht, er lachte nicht. Er lag nur da und sah seine Eltern mit großen Augen an. „Dein Blick hat unsere Herzen berührt“, sagte seine Mutter immer.
An dem Tag, hatte ihm seine Mutter seine erste Hose genäht. Sie war violett, genau wie die Blätter der Olivioletta-Bäume. Das Kleidungsstück gefiel Ceracas so gut, dass er sie von diesem Tage an immer trug. Natürlich wuchs er rasch, und war somit bald zu groß für die Hose, doch seine Mutter war eine hervorragende Näherin und passte sie immer wieder an.

Zusammen lebten sie ein glückliches Leben in Brâkmar. Ceracas‘ Vater lehrte ihm wie man fischte und Holz fällte, während seine Mutter ihm das Nähen beibrachte. Der kleine Ecaflip war überglücklich.
Doch dann änderte sich alles in einer Nacht.

Ceracas war gerade erst 15 geworden. Er war mit ein paar Freunden unterwegs gewesen, als er nach Hause kam und zwei Srams aus dem Haus kommen sah. Einer trug einen blutroten Mantel, der andere einen schwarzen. Ceracas sah die beiden an. Ihm blieb der Mund offen vor lauter Verwunderung. Er schaute die zwei Kerle an, dann an ihnen vorbei auf die aufgebrochene Haustür, dann wieder die Srams und schließlich sah er auf die Hand des einen. Seine Finger umklammerten einen langen Dolch. Er war rot, blutrot. Ein einzelner Blutstropfen fiel auf den Boden.
Obwohl das Ganze nur einen Augenblich dauerte, kam es Ceracas wie eine Ewigkeit vor. Noch bevor er begriff, was er da eigentlich sah, verschwanden die Srams hinter der nächsten Hausecke. Ihre Umhänge wehten ihnen nach. Der eine blutrot, der andere pechschwarz.

Ceracas stürmte ins Haus. Im Schlafzimmer fand er seine Eltern. Beide lagen im Bett. Ihr Blut färbte das Laken rot. Der Tresor in der Wand war aufgebrochen.
Der junge Ecaflip fiel auf die Knie. Er maunzte jämmerlich, seine Augen waren voller Tränen. Er maunzte so lange, bis ihn jemand von hinten packte. Der Lärm hatte einige Wachen alarmiert.
Als Ceracas sich umdrehte, sah er Oto Mustam persönlich in die Augen. Der Hauptmann versuchte ihn wegzubringen, doch Ceracas schlug verzweifelt um sich. Seine Augen waren immer noch voller Tränen. Er versuchte sich aus dem eisernen Griff der ihn umklammerte zu befreien. Er wollte nicht weg, er wollte bei seinen Eltern bleiben. Plötzlich wurde ihm schwarz vor Augen.

Als er wieder erwachte, befand er sich in einem großen Zimmer. Neben ihm saß ein Mann auf einem Stuhl. Als Ceracas sich aufrichtete, sah der Mann ihn an, stürmte aus dem Zimmer und kam wenig später mit Oto Mustam an seiner Seite zurück. Oto Mustam ging zu dem Bett und setzte sich darauf.
„Wie geht es dir?“, fragte er den Ecaflip. Dieser rührte sich nicht. Er starrte nur sein Gegenüber an.
„Wie ist dein Name?“, fragte Oto Mustam weiter. „Ceracas“, sagte der Ecaflip.
An den Rest von dem Gespräch erinnert sich Ceracas nicht mehr.

Seit diesem Tag lebte der Ecaflip bei der Miliz. Er lernte alles was nötig war. Fünf Jahre schon steht er im Dienst der dunklen Stadt.

Ceracas‘ weißes Fell sträubt sich als erneut ein Windstoß ihn fast umweht. Er geht im Kreis um sich etwas aufzuwärmen. Eigentlich sollte er ja auf dem Wehrgang stehen. Doch dort oben ist es nur noch kälter. Also steht er auf der Straße und blickt durch das Tor auf das weite Gebiet, das sich vor den Stadtmauern erstreckt.
Erneut kommt ein Windstoß, diesmal aber aus Norden, von der Ebene. Der Wind trägt einen seltsamen Geruch an Ceracas‘ Nase. Wenig später sieht der Ecaflip auch schon, woher dieser Geruch kommt.


 
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2. Das Verfahren

Eine Gestalt nähert sich von der Ebene. Ceracas erkennt einen Söldner aus Bonta. Er beobachtet den Mann eine Zeit lang. Der Söldner versucht sich so gut es geht hinter Felsen und Büschen zu verstecken, doch die Augen des Ecaflip sind besser als die eines normalen Menschen und sehen somit jede Bewegung. Plötzlich ertönt hinter Ceracas ein Knall. Der Ecaflip dreht sich blitzschnell um und zieht sein Schwert.
Ein paar Kinder ziehen die Straße entlang und werfen Feenwerk in die Luft.
Beruhigt wendet sich Ceracas wieder der Ebene zu um den Söldner weiter zu beobachten. Doch dieser ist verschwunden. Ceracas sieht sich verwirrt um. Er kann den Söldner weder hören noch riechen. Plötzlich schlägt ihm jemand von hinten auf den Kopf. Der Ecaflip bricht bewusstlos zusammen.

Als er die Augen wieder öffnet, findet er sich in einer Gefängniszelle wieder. Verwirrt blickt er sich um. Irgendetwas kommt ihm merkwürdig vor. Plötzlich weiß er auch was. Er befindet sich im Gefängnis von Brâkmar, nicht in dem von Bonta. Der Ecaflip rüttelt an den Gitterstäben. „Was hat das zu bedeuten?“. Der Wächter kommt schlurfend herbei. „Ist das Kätzchen aufgewacht?“, spottet er. Ceracas konnte den Wächter vom Gefängniss noch nie leiden. Er behandelt die Gefangenen wie den letzten Dreck und hat seine Freude daran sie zu foltern.
„Sag mir sofort wieso ich hier bin!“, brüllt Ceracas ihn an. Er muss brüllen, denn der Wächter ist fast taub.
„Das wirst du gleich erfahren mein Kleiner. Sobald sie dich zu Befragung holen.“

Nach einer Stunde kommen zwei Soldaten und bringen Ceracas in den Befragungsraum.
Er wird auf einen Stuhl gefesselt. Ihm gegenüber sitzt der hohe Rat von Brâkmar.
Der Rat besteht aus Oto Mustam, Berusch und dessen Bruder Jeros.
Berusch ist für die Finanzen der Stadt verantwortlich, während Jeros in fast jedem Winkel der Welt Spione hat die ihm alles Mögliche berichteten. Beide haben eine Glatze, doch ist Berusch um ein vielfaches dicker als sein Bruder Jeros.

„Ceracas, ihr werdet wegen Hochverrats angeklagt.“
Der Ecaflip zuckt zusammen als er diese Worte vernimmt.
„Mit welcher Begründung?“, fragt er ohne den Rat anzusehen. Er will nicht in ihre Augen sehen müssen. Er will nicht sehen, ob sie ihn voller Verachtung ansehen, spöttisch oder gar enttäuscht.
„Letzte Nach kam ein Söldner aus Bonta in das Schlafgemacht von Oto Mustam und versuchte ihn zu erdrosseln. Ihr hattet in dieser Nacht Wachdienst.“
„Ich wurde hinterrücks überwältigt.“, sagt Ceracas, obwohl er weiß, dass der Rat noch nicht fertig gesprochen hatte.
„Wir haben dich gesehen. Du bist an der Mauer gesessen und hast dich an die Wand gelehnt. Du warst nicht bei Bewusstsein. In deiner linken Hand hattest du einen Bierkrug und in der Rechten einen Beutel und einen Zettel. In dem Beutel fanden wir 100 Kamas und auf dem Zettel stand „Danke für deine Hilfe. Hier ist die versprochene Belohnung. Den Rest erhältst du, sobald Oto Mustam tot ist.“
Hast du etwas dazu zu sagen?“
Ceracas wist sprachlos. Er weiß, dass es ihm nichts bringen würde das alles zu leugnen. Dies ist eindeutig eine Verschwörung gegen ihn. Weshalb, weiß er selber nicht.
Der Rat spricht weiter: „Wir deuten euer Schweigen als Geständnis. Falls dies nicht so ist sagt es uns.“
Noch immer sagt Ceracas nichts. Die Ratsmitglieder nicken sich kurz gegenseitig zu und Ceracas hört jemanden kommen. Er wird von seinen Fesseln befreit und kniet sich auf den Boden. Er weiß, dass ein Verräter geköpft wird, doch er weiß nicht, wie er sich aus der Sache retten soll. Er kann nur da sitzen und sein Schicksal verfluchen. Er hört wie der Henker sein Schwert schleift. Wenigstens wird es ein schneller Tod sein. Der Henker hat mit dem schleifen aufgehört. Er nimmt das große Schwert und hält es über seinen Kopf, bereit Ceracas Kopf von den Schulter zu trennen.
Auf einmal sieht Ceracas seine Eltern vor sich. Wie er sie bei seiner Geburt angesehen hat, wie sie ihn angesehen haben. Dann sieht er sie tot im Bett liegen. Als letztes sieht er die zwei Srams und den Dolch mit dem Blut drauf. Eine ungeheure Wut steigt in Ceracas auf. Sein Fell sträubt sich und er fängt an zu fauchen. Noch bevor der Henker weiß was passiert, lässt der Ecaflip sich auf den Boden fallen. Er dreht sich auf den Rücken und tritt dem Henker die Füße weg. Dieser verliert das Gleichgewicht und lässt das Schwert fallen. Fast wäre er darauf gelandet, wäre Ceracas nicht aufgesprungen und hätte sich das Schwert noch aus der Luft geschnappt.
Schon im nächsten Augenblick ist Ceracas aus dem Raum gestürmt. Zurück lässt er einen erstaunten Rat und einen verwirrten Henker.


 
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3. In der Kanalisation

Ceracas läuft so schnell er kann. Er läuft vorbei an staunenden Wachen. Vorbei an Häusern und Werkstätten. Er läuft so lange bis er sich in einer der dunkelsten Ecken von Brâkmar wiederfindet.
Rechts von ihm sieht er einen Eingang zur Kanalisation. „Wenigstens finden sie mich dort nicht so schnell“, denkt sich der Ecaflip und steigt die Leiter hinunter.
Unter angekommen muss er sich kurz sammeln. Der Gestank hier unten ist so heftig, dass er am liebsten wieder nach oben gegangen wäre. Aber er kann nicht mehr zurück. Er muss schauen, dass er vorwärts kommt und am Leben bleibt.
Ceracas zieht sich seinen Umhang über die Nase um sie vor dem Gestank zu bewahren. Er hat ein schlechtes Gewissen, weil er immer noch den Umhang der Stadtwache trägt. Immerhin ist er sicherlich längst von seinem Dienst suspendiert.
Doch das ist zurzeit nicht weiter wichtig. Viel wichtiger ist, wie er überhaupt in diese Lage kommen konnte. Es musste was mit Bonta zu tun haben, so viel stand fest. Doch wieso sollte der Söldner es so aussehen lassen, als habe der Ecaflip Brâkmar verraten? Was brachte es ihm, oder vielmehr der Person die ihn angeheuert hatte, wenn eine Stadtwache hingerichtet wird?
„Ob sie wohl wussten, dass ich in dieser Nach Dienst hatte? Oder waren sie nur erpicht darauf die Anzahl der Wachen in Brâkmar zu verringern?“
Letzteres schloss er aus. Bonta war eine ehrenwerte Stadt und würde nicht so hinterhältige Listen benutzen nur um eine beliebige Person zu töten. Also mussten sie es auf ihn abgesehen haben.
Ceracas hatte Mühe seine Gedanken klar zu ordnen. In seinem Kopf war ein Wirrwarr von Fragen.
„Warum ich? Wer hatte das geplant? Woher wussten sie wann?“
Der Ecaflip schreit vor Verzweiflung auf. Eine Zeit lang scheint es so, als habe sein Schrei alle anderen Geräusche vertrieben. Dann kehren sie wieder zurück. Das Plätschern des Abwassers, das Nagen der Ratten, die Schritte. Schritte? Ceracas hört genauer hin. Er hört, wie einige Stiefel über den Asphalt über ihm gehen. Dem metallischen Klirren nach zu urteilen sind es die Stiefel von Wachen.
„Sie haben mich gefunden“, schießt er Ceracas durch den Kopf.
Ganz leise geht er rückwärts, seinen Blick lässt er dabei die ganze Zeit über auf dem Kanaldeckel über ihm. Er geht einen Schritt zurück. Dann noch einen. Während er sich Schritt für Schritt zurück bewegt, kommen die Wachen Schritt für Schritt näher.
Plötzlich tritt der Ecaflip in die Luft. Er verliert das Gleichgewicht und landet fast im Abwasser. Leise fluchend geht er wieder einige Schritte vom Wasser weg. Die Schritte über ihm sind verstummt. Ceracas hört Stimmen. Sie kommen von den Wachen, die jetzt direkt über ihm stehen.
„Wieso suchen wir überhaupt nach ihm? Der Henker hat es verpatzt ihn zu köpfen. Wieso sollen wir jetzt dafür Überstunden machen?“
„Weil uns eine Beförderung sicher ist wenn wir ihn schnappen.“
„Ja, wenn. Du kennst Ceracas doch. Er ist einer der besten von uns. Der Gedanke, dass er uns verraten hat raubt mir nachts den Schlaf.“
„Mir auch. Trotzdem können wir es versuchen. Immerhin sind wir in der Überzahl.“
Ceracas wendet sich ab. Er erträgt es nicht länger dieses Gespräch zu belauschen.
Ein paar Minuten später gehen die Wachen wieder weg. Der Ecaflip sieht sich erst einmal in Ruhe um. Die Kanalisation ist sehr groß. Sie wirkt fast wie ein Labyrinth. Überall in den Wänden sind Rohre und Öffnungen aus denen dreckiges Wasser strömt. Ein gutes Dutzend an kleinen Abwasserflüssen fließt hier durch.
Ceracas beschließt die Nacht hier zu verbringen. Hier ist er wenigstens sicher und kann sich ausruhen, falls er es schafft bei dem Gestank einzuschlafen.

In dieser Nacht hat Ceracas das erste Mal diesen Traum. Er steht in einem langen Gang. Links und rechts von ihm sind Mauern aus schwarzem Stein. Von irgendwo hinter dem Ecaflip kommt Licht in den Gang, doch er kann sich nicht umdrehen um nachzusehen woher. Er kann nur nach vorne schauen. Durch das Licht hinter ihm wirft er einen gigantischen Schatten auf den Boden vor ihm.
Er geht vorsichtig einige Schritt vorwärts. Er geht immer weiter, bis er das Ende des Ganges erreicht. Vor ihm befindet sich nun eine große Eichentür. Wie von Geisterhand schwingt sie auf. Dahinter ist ein kleiner Raum.
Am Boden sieht Ceracas Stroh und Heu. An der Wand ist eine Wassertränke. Ein Dracotruter liegt in einer Ecke und knabbert an einer Möhre. Als die Tür aufgeht lässt er von seinem Futter ab und sieht dem Ecaflip in die Augen. Dieser betrachtet das Tier genauer. Es ist strahlen Weiß. So weiß, dass es aussieht als würde das Tier selbst den ganzen Raum beleuchten.
Auf einmal verändert sich die Farbe. Der Dracotruter wird langsam Grau. Gleichzeitig mit ihm, verdunkelt sich auch das Licht in dem Raum. Am Ende steht vor Ceracas ein rabenschwarzer Dracotruter. Es kommt nur noch ganz wenig Licht vom Gang in den Raum. Plötzlich schlägt die Tür zu und jegliches Licht verschwindet aus dem Raum.

Als Ceracas die Augen aufschlägt, sieht er in das Gesicht einer Ratte. Erschrocken springt er auf und mustert das Tier genauer. Ihm gegenüber steht eine Ratte auf zwei Beinen. Sie ist fast so groß wie ein Mann. In der linken Pfote hat sie einen langen Speer und ihr Körper ist mit einem roten Brustharnisch bedeckt. Noch ehe der Ecaflip sich rühren kann, verschwindet die Ratte in der Dunkelheit. Ceracas ist verwirrt. Er kannte natürlich die Geschichten darüber, dass in der Kanalisation angeblich riesige Kanalratten hausten, doch er hatte immer gedacht dies seien nur Märchen um die Kinder davon abzuhalten hier unten zu spielen.
Und doch hatte er gerade so eine Ratte gesehen. Oder hatte er es sich nur eingebildet?
Noch bevor er weiter darüber nachdenken kann kommt die Ratte zurück, mit Verstärkung. Sieben weitere Ratten begleiten die erste. Einige haben einen Speer wie die, die Ceracas schon vorhin gesehen hat. Andere haben eine Hellebarde oder ein Kurzschwert. Alle blicken den Ecaflip an. Ihr Fell sträubt sich und sie beginnen zu fiepen und zu fauchen. Sie umzingeln Ceracas und richten ihre Waffen auf ihn. Plötzlich stürmt eine auf ihn zu und versucht ihn mit ihrem Speer aufzuspießen. Der Ecaflip weicht mit einem eleganten Sprung zu Seite aus. Die Ratte schafft es nicht mehr sich einzubremsen und kracht in zwei ihrer Kammeraden. Während sich die drei Ungeziefer wieder aufrichten, greift Ceracas nach seinem Schwert, das noch dort liegt wo er geschlafen hat.
Die Ratten scheinen das zu bemerken. Alle Acht stürmen auf ihn zu. Blitzschnell richtet sich der Ecaflip mit dem Schwert in der Hand wieder auf, nur um sich im nächsten Moment wieder zu ducken um einem Speerstoß auszuweichen. Mit einer geschickten Handbewegung stößt er sein Schwert in die Brust des Speer Besitzers. Die Ratte kippt jämmerlich fiepend um. Eine weitere Ratte versucht ihr Glück mit dem Schwert, doch auch sie scheitert und verliert ihren Kopf. Wenige Augenblicke später liegen auch fünf weitere Ratten tot auf dem Boden. Ceracas richtet die Spitze seines Schwertes auf die letzte lebende Ratte. Diese lässt ihren Speer fallen und stürmt davon.
Ceracas wischt sein Schwert an einer der Leichen ab und befestigt es an seinem Gürtel.
Leise sagt er zu sich selbst: „Es werden sicher bald weitere Ratten kommen. Besser ich verschwinde von hier.“


 
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4. Diebstahl im Schatten

Es weht schon wieder ein kalter Wind. In dieser Stadt ist es fast immer kalt. Besonders im Herbst.
Ceracas huscht durch die Gassen. Dabei versucht er, möglichst viel im Schatten zu bleiben.
„Ich muss die Stadt verlassen“, denkt er sich.
Doch wie soll er das anstellen? Zu dem Zaap in Brâkmar kann er nicht, denn dort sind immer Wachposten. Genauso wie bei dem Zaap vom Sidimote-Gebiet und am Nordtor.
So bleibt ihm nur noch das Osttor für die Flucht. Ceracas schaudert bei dem Gedanken daran.
Östlich von Brâkmar liegt der Friedhof der Verdammten. Man erzählt sich, dass dort die Opfer des ersten großen Krieges zwischen Brâkmar und Bonta begraben liegen. Jeder der dort hingeht, kommt entweder verrückt oder gar nicht mehr zurück.
Doch Ceracas muss es versuchen, ihm bleibt nämlich keine andere Möglichkeit.
Nun steht er aber vor einem neuen Problem: Wo bekommt er den Proviant für die Reise her?
Sicherlich hängen seine Steckbriefe schon an jedem schwarzen Brett in der Stadt.
Noch dazu hat er nicht einmal Geld dabei um sich etwas zu kaufen.

Stundenlang zerbricht sich der Ecaflip den Kopf über sein Problem.
„Ich werde meine Verpflegung wohl stehlen müssen.“, beschließt er schließlich.
Er will aber keinen hilflosen Bäcker oder Metzger ausrauben, der nichts dafür kann. Nein, er wird etwas aus der Vorratskammer der Armee stehlen. Es ist zwar ein riskanteres Unterfangen, aber wenigstens bleibt sein Gewissen rein.
Also läuft er zur Miliz. Vor ihm erhebt sich ein gigantischer dunkler Turm in den Himmel. Ceracas muss schlucken. Hier hat er noch gestern geschlafen, und wenn sie ihn erwischen wird er dort auch sterben. Er zieht die Kapuze seines Mantels über den Kopf und tritt ein. Glücklicherweise kann niemand sein Gesicht erkennen, und so denken die anderen Wachen er sei ebenfalls einer von ihnen. Heimlich huscht er zur Vorratskammer. Vor der Tür wartet sein Schreizahn Diego. Ceracas‘ Vater hatte ihm das Tier einst geschenkt. Als er als Junge zur Miliz gekommen war, hatte er den Schreizahn zu Verfügung gestellt um die Vorratskammer zu bewachen.
„Zum Glück haben sie ihn nicht ersetzt.“, denkt Ceracas.
Als der Ecaflip sich nähert empfängt ihn der Schreizahn schon mit wedelndem Schwanz.
Fast hätte Diego vor Freude zu bellen begonnen. Glücklicherweise kann Ceracas ihm noch rechtzeitig die Schnauze zuhalten.
„Du musst mir jetzt helfen Kleiner. Wir verlassen Brâkmar. Kann ich auf dich zählen?“
Der Schreizahn sieht den Ecaflip mit großen Augen an und blinzelt zur Antwort zweimal.
Ceracas fährt eine seiner Krallen aus und beginnt das Schloss der Kammer aufzubrechen.
Nach einigen Minuten hat er es geschafft. Er betritt die Kammer, Diego folgt ihm. Vor den zweien ist ein großer Raum mit Regalen, in denen sich verschiedene Arten von Fleisch, Obst, Gemüse, Brot und Fässer voller Wein befinden.
Der Ecaflip schnappt sich so viel er kann und stopft alles in einige Taschen, die in einer Ecke liegen.
Anschließend holt er Diego’s Sattel aus einer kleinen Kammer nebenan, legt ihn dem Schreizahn auf den Rücken und bindet die Taschen daran fest.
Nun macht sich Ceracas auf den Weg nach draußen. Plötzlich schreit ihn eine Stimme hinter ihm an.
„He! Du da mit dem Schreizahn. Wo willst du hin?“
Langsam dreht sich Ceracas um und antwortet:
„Ich bin auf dem Weg zum Nordtor.“
„Und was willst du dort?“
„Ich soll die Stadtmauer untersuchen. Oto Mustam denkt, dass irgendwo in unserer Verteidigung eine Lücke ist wo die Spione von Bonta durchschlüpfen.“
Ceracas hofft, dass der Soldat ihm die Geschichte abkauft.
Nachdem dieser sich nachdenklich hinter dem Ohr gekratzt hat, fährt er fort:
„Soso. Und wieso gibt er gerade dir diese Aufgabe? Wer bist du überhaupt? Zeig mir dein Gesicht!“
Der Soldat streckt die Hand aus um die Kapuze zurückzustreifen.
Auf Einmal blitzt etwas im Schatten auf, und der Soldat kippt reglos zu Boden. Sein Hals ist aufgeschnitten und Blut breitet sich langsam am Boden aus.
Nun ist Ceracas‘ Tarnung endgültig im Eimer. Um ihn herum bricht ein riesiger Tumult aus. Er rennt so schnell er kann zum Ausgang, Diego zieht er dabei hinter sich her.
„Schließt das Tor!“, hört er eine Stimme rufen. Vor ihm senkt sich langsam ein Fallgitter.
Im letzten Augenblick, schaffen der Ecaflip und der Schreizahn es unter dem Fallgitter durchzuschlüpfen und zu entkommen. Hinter ihnen kommt das Gitter mit einem Knall auf dem Boden auf.


 
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5. Der Friedhof der Verdammten

Gemeinsam laufen Ceracas und Diego durch die Gassen. Hinter sich hören sie Rufe und Schritte, die Soldaten verfolgen sie.
„Schneller mein Kleiner, schneller!“, ruft Ceracas seinem Schreizahn zu.
Dieser erhöht nochmal sein Tempo. Sie laufen so schnell sie können. Die Soldaten holen langsam auf. Einige von ihnen haben Dracotruter, wodurch sie noch schneller sind. Der Ecaflip hätte sich ja auf Diego gesetzt, der Schreizahn war normalerweise schneller als ein gewöhnlicher Dracotruter. Er würde es aber nicht schaffen sowohl Ceracas als auch den Proviant zu tragen. Also müssen sie so weiter laufen und hoffen, dass sie das Osttor erreichen bevor die Soldaten sie einholen.
Nach einigen Minuten sieht der Ecaflip schon das Tor. Er erhöht sein Tempo erneut, denn hinter ihm sieht er schon die ersten Soldaten hinter einer Häuserecke auftauchen. Sie sind nur noch gute 100 Meter entfernt, und die Distanz wird immer geringer.
Im letzten Moment schafft Ceracas es noch zusammen mit Diego durch das Tor zu laufen. Er läuft noch einige Meter, dann bleibt er stehen und dreht sich um. Die Dracotruter der Soldaten sind kurz vor dem Tor stehen geblieben. Die Soldaten haben Mühe sie ruhig zu halten, denn die Tiere fürchten sich vor dem Osttor. Jeder fürchtet sich vor dem Osttor, weil jeder weiß was dahinter ist.

Ceracas dreht sich erneut um und kehrt der Stadt den Rücken. In dieses Gebiet würde sie keiner verfolgen. Langsam geht er weiter und schaut sich seine Umgebung genauer an. Der Friedhof der Verdammten ist anders, als die Friedhöfe die der Ecaflip kennt. Es sieht aus wie auf einem Schlachtfeld, nur dass keine Leichen mehr am Boden liegen sondern Gräber, so als wären die Toten von selbst in den Boden gesickert und hätten ihr Grab gleich dort, wo sie gefallen sind.
Ab und zu sieht Ceracas eine Krypta oder eine Statue, die den Tod darstellen soll.
„Wie sehr diese Statuen immer einem Sram mit Sichel ähneln.“, denkt sich Ceracas.
Er will nicht lange an diesem Ort bleiben. Sein Plan ist es, den Friedhof so schnell wie möglich zu verlassen, durch das Sidimote-Gebiet zu gehen und … und weiter weiß er noch nicht.
Plötzlich hört der Ecaflip ein Stöhnen. Wie aus dem Nirgendwo kommen Nebelschwaden und verhüllen die Landschaft.
„Sei vorsichtig Diego. Wir wissen nicht, was uns hier alles erwartet.“, mahnt Ceracas den Schreizahn, doch er bekommt keine Antwort.
„Diego?“
Der Ecaflip dreht sich ihm um. Diego ist verschwunden. Ceracas sucht die Landschaft nach dem Tier ab, doch der Nebel versperrt ihm die Sicht. Hat er schon Halluzinationen? Hat er denn den Schreizahn überhaupt mitgenommen? Er kann sich nicht mehr erinnern, wie er hier her gekommen ist.
Eine dunkle Silhouette taucht aus dem Nebel auf. Erst denkt Ceracas, es wäre sein Schreizahn, doch dann merkt er, dass das, was da auf ihn zugeht ein Mensch ist. Genauer gesagt ein Ecaflip. Als der Fremde näher kommt, kann Ceracas das Gesicht erkennen. Er blickt genau in das Gesicht seines Vaters.
„Das ist nicht möglich.“, flüstert er leise.
Das Gesicht seines Vaters verschwimmt, und stattdessen taucht das Gesicht seiner Mutter auf.
Ungläubig betrachtet Ceracas dieses Schauspiel. Dann bohrt sich eine Klinge von hinten durch die Brust seines Gegenübers. Seine Mutter verzieht das Gesicht und ein lautloser Schrei entkommt ihrer Kehle. Dann kippt sie nach vorne um und gibt somit den Blick auf ihren Mörder frei.
Ceracas will seinen Augen nicht trauen. Er steht sich selbst gegenüber, so als würde er in einen Spiegel schauen, nur dass sein Spiegelbild sich unabhängig von ihm bewegt.
Der Spiegel-Ceracas wischt das Blut von seinem Schwert ab und lächelt ihn an. Ceracas wendet den Blick ab. Er schaut auf seine Füße. Da merkt er, dass auch er sein Schwert in der Hand hält. Von der Spitze tropft Blut. Auf einmal wird das Blut mehr. Es rinnt die Schneide herab und bedeckt die ganze Klinge mit rotem Blut. Dann strömt es von der Klinge auf den Boden. In einem erschreckenden Tempo breitet sich unter Ceracas eine Pfütze aus Blut aus. Nach kürzester Zeit wird aus der Pfütze ein ganzer See. Der Ecaflip läuft Gefahr, darin zu ertrinken. Verzweifelt versucht er sich an der Oberfläche zu halten, doch irgendetwas zieht ihn in die Tiefe.
Nach einer Minute verlässt Ceracas die Kraft. Er kann sich nicht mehr an der Oberfläche halten.
„So endet es also.“, denkt er.
Langsam versinkt er im Blut.

Eine Hand packt ihn von hinten. Sie scheint aus dem Nichts zu kommen und zieht ihn wieder an die Oberfläche. Ceracas verliert das Bewusstsein.


 
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6. Dialog in Gisgoul

Ceracas‘ Kopf schwerzt so sehr, dass er denkt, eine Herde Trools hätte ihn überrannt.
Er schlägt die Augen auf, und merkt, dass er auf dem Rücken in einem Haus liegt. Jedoch ist ein
großes Loch in dem Dach über ihm, durch das er den Himmel sehen kann und eine ganze Wand fehlt.
Langsam versucht er aufzustehen, doch seine Beine geben unter ihm nach und er sinkt wieder auf den Boden.
„Immer schön langsam.“ , hört Ceracas eine Stimme hinter sich sagen.
„Wo bin ich?“, fragt er. Seine Stimme klingt etwas rau.
„In Gisgoul, dem verwüstetem Dorf, weit genug entfernt vom Friedhof der Verdammten.“
„Und was ist passiert?“
„Du hattest Halluzinationen und wärst fast umgekommen, und ich, mein lieber Freund, habe dich gerettet.“
Ceracas versucht erneut aufzustehen. Diesmal gelingt es ihm. Er klopft sich den Dreck von der Hose, dreht sich um und mustert seinen Retter. Ihm gegenüber steht ein groß gewachsener Pandawa mit schwarz-weißem Fell. Das typische Muster bei den Augen wird von einer kleinen, halbmondförmigen Narbe unter dem linken Auge verunstaltet. Der Pandawa bemerkt seinen Blick und tritt unruhig von einem Fuß auf den anderen.
„Wieso hast du das getan?“, fragt Ceracas.
„Was? Dich gerettet? Ich weiß nicht. Ich hatte halt nichts Besseres zu tun.“
Der Pandawa stößt ein kleines Lachen aus, dass Ceracas an das Fiepen eines Kido erinnert.
„Nein, ich so habe ich das nicht gemeint. Ich meinte, warum…“
„Warum ich am Friedhof war?“, unterbricht ihn der Pandawa.
„Ich wollte nach Bräkmar und dachte mir, so ein kleiner Umweg über den Friedhof könnte ganz interessant werden.“
Der Ecaflip starrt ihn mit großen Augen an.
„Bist du lebensmüde? Keiner der ganz normal ist geht freiwillig dort hin.“
„Ach, wenn man weiß wie man es überlebt ist es ganz einfach. Aber wo sind meine Manieren? Ich stelle mich erst mal vor. Mein Name ist Makaday, kannst mich auch Maka nennen wenn du willst.“
Makaday streckt Ceracas seine Hand hin. Dieser nimmt sie und antwortet:
„Ich bin Ceracas, oder auch Cera wie mich alle nennen, die zu faul sind meinen ganzen Namen zu sagen. Aber zurück zum Thema. Was meinst du damit, wenn man weiß wie man es überlebt?“
„Nun ja, der Grund, wieso so viele am Friedhof der Verdammten verschollen gehen ist der, dass der Nebel dort giftig ist. Wenn man ihn einatmet bekomm man Halluzinationen, und die führen meistens zum Tod“
„Ich verstehe nicht, wie kann etwas, das nicht existiert jemanden töten?“
„Naja nehmen wir dein Beispiel. Als ich dich gefunden habe hast du gerade die Luft angehalten. Ich nehme an du dachtest, du wärst unter Wasser oder so. Wäre ich später gekommen, wärst du wohl erstickt. Es gibt auch Fälle in denen Abenteurer sich in ihr eigenes Schwert stürzen, weil sie glauben sie würden mit jemandem Kämpfen.“
„Und du hast die ganze Zeit die Luft angehalten damit du die giftigen Gase nicht einatmest? Oder hast du eine von diesen Xelor- oder gar Steamer-Techniken bei dir?“
Wieder stößt der Pandawa das Kido-Lachen aus.
„Nein, ich habe auf ein paar Pandürbissamen herumgekaut. Das hilft auch.“

Der Ecaflip blickt zu Boden. Er muss seine Gedanken erst einmal sammeln. Nach einigen Minuten fragt er Makaday:
„Woher weißt du eigentlich so viel? Woher kommst du?“
„Ich komme aus Pandala. Aus dem neutralen Gebiet. Dort leben einige alte Pandawushu-Meister die eine Schule haben. Dort habe ich alles gelernt, was für überleben wichtig ist und noch mehr. Aber nun eine Gegenfrage, woher kommst du?“
„Ich wohne…oder besser gesagt ich wohnte einst in Brâkmar.“
„Und wieso jetzt nicht mehr?“
„Das ist eine ziemlich lange Geschichte.“
„Ich habe Zeit.“

Die nächsten Minuten verbringen die Zwei damit, dass Ceracas Makaday seine Geschichte erzählt. Vom Tod seiner Eltern angefangen, über seine Zeit bei der Miliz bis hin zu der Verschwörung gegen ihn. Als er fertig ist herrscht Stille.
„Also suchst du jetzt einen Ort, wo dich die Wachen von Brâkmar nicht finden. Denkst du wirklich, dass sie dich verfolgen werden?“
„Brâkmar hat überall im Land Wachposten und jeder von ihnen hat Bilder von Flüchtlingen. Die Wachen werden mich vielleicht nicht verfolgen, aber wenn mich eine von ihnen sieht wird sie mich sicher festnehmen.“
Makaday schaut nachdenklich auf den Boden.
„Ich hätte da eine Idee.“
„Welche denn?“
„Du kommst mit mir nach Pandala. Es sieht so aus, als könntest du ein wenig Ablenkung gebrauchen und die Pandawushu-Schule ist dafür genau der richtige Ort.“
Ceracas schaut ihn skeptisch an.
„Denkst du nicht, dass man mich dort findet? In den Städten sind immer irgendwo irgendwelche Wachposten.“
„Keine Sorge. In Pandala gibt es nur die Wachen der fünf Dörfer. Aus dem Streit zwischen Brâkmar und Bonta halten wir uns heraus. Es ergreifen zwar immer wieder einige Dörfer Partei, aber nur wenige aus Pandala würden, falls es dazu jemals kommen wird, in einen Krieg zwischen den Engeln und den Teufeln ziehen, geschweige denn, sich darum scheren welche Flüchtlinge eine der Städte gerade sucht.“
„Also gut. Dann lass und aufbrechen. Aber eines noch, wo ist mein Schreizahn?“
Makaday pfeift und kurz darauf erscheint Diego zwischen den Bäumen. Der Schreizahn bellt freudig bei dem Anblick seines Herrchens.
Ceracas und Makaday stehen auf, packen ihre Sachen und zu dritt machen sie sich auf den Weg nach Pandala.


 
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7. Kleine Zwischenfälle

Ceracas späht den Gang entlang . Genau wie beim letzten Mal kann er sich nicht umdrehen und nachschauen, woher das Licht hinter ihm kommt. Er geht den Gang entlang, bis zu der Eichentür am Ende und wartet darauf, dass sie sich öffnet.
Aus dem Raum dahinter kommt Ceracas ein strenger Geruch nach Kot, abgestandener Luft und trockenem Blut entgegen. Als er den Raum betritt, hört er sogleich hunderte von Fleddermäusen mit irhen Flügeln schlagen und duckt sich rasch, um mit keiner zusammen zu stoßen.

Ceracas schlägt die Augen auf. Am Horizont geht langsam die Sonne auf. Einige Dracheier haben sich in der Nähe niedergelegt, um etwas von der Wärme des Feuers abzubekommen, das die Gefährten am Vorabend entfacht hatten. Solange sie dort friedlich schlafen hat der Ecaflip kein Problem damit. Nach einigen Minuten regt sich auch Makaday unter seiner Decke und setzt sich auf.
„Morgen Maka. Gut geschlafen?“
Als Antwort bekommt Ceracas nur ein unverständliches Brummen. Nach einiger Zeit bilden sich einige halbwegs verständliche Sätze.
„Ich sollte ja das schlafen im Freien von meinen vielen Reisen gewohnt sein, aber wenn man die ganze Nacht lang auf zerbrochenen Eierschalen liegt ist das kein Vergnügen.“
Ceracas kann nur schwer eine freche Antwort unterdrücken.
Nachdem sie gefrühstückt hatten, machen sie sich wieder auf den Weg.

Sie waren erst eine Stunde unterwegs gewesen, als die Wachen sie aufhielten. Ceracas hätte wissen müssen, dass die Brücke die von der Halbinsel zum Festland führt, bewacht wird.
Still reicht Makaday ihnen seinen Ausweis sowie die Liste an Ressourcen, die er für seinen Meister beschafft hatte. Als jedoch sie Ceracas bemerken beginnen sie leise zu tuscheln.
„He du da! Wer bist du und wo kommst du her?“
Den Ecaflip beschleicht ein ungutes Gefühl. Eines steht fest, er darf auf garkeinen Fall die Wahrheit sagen.
„Ich heißte Hubert und komme von Frigost. Ich wollte nach Astrub aber die Cania-Felder wimmeln nur so von Kanigrus, weshalb ich mit in Brakmar ein gutes Schwert zur Verteidigung kaufen wollte.“
Die Wachen sehen sich misstrauisch an. Einer von ihnen räuspert sich und wand sich wieder an Ceracas.
„Wir glauben dir nicht. Du kommst mit uns. Du bist verha….“
Noch bevor der Mann ausgesprochen hat, rammt ihm Ceracas seine ausgefahrenen Krallen in die Kehle. Der zweiten Wache entweicht ein Schrei und sie rennt, so schnell sie mit der schweren Rüstung halt rennen kann.
Ohne lange zu zögern läuft der Ecaflip ihm halb rennend, halb springend hinterher. Als er sich nur noch einen Meter hinter dem Flüchtling befindet, setzt er zum Sprung an und landet auf seinen Schultern. Noch während die Wache unter dem Gewicht zu Boden gedrückt wird, gräbt Ceracas seine Zähne in ihre Schulter.
Makaday sieht den Ecaflip bei seiner Rückkehr etwas schief an. Nach einen kurzen Schulterzucken nimmt er seinen Rucksack.
„Dann können wir ja weiter.“


 
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Sieh mal einer an. 6 Jahre ist es her, dass ich hier zuletzt was veröffentlicht habe.
Gleich vorne weg: Nein ich schreibe hier nicht die Geschichte weiter. Ich will den Thread nur "abschließen".

Die meisten Personen die damals meine Autoren-Phase mitbekommen haben spielen vermutlich eh nicht mehr. Aber eben fiel mir ein, dass es dieses unvollendete Werk von mir hier im Forum gibt und ich es nie zu Ende gebracht habe.

Tatsächlich habe ich damals nicht blind drauf los geschrieben, sondern hatte den ungefähren Ablauf im Kopf. Und den will ich jetzt hier mit dem Staubkörnchen teilen, dass ungeduldig darauf gewartet hat wie die Geschichte ausgeht. Zumindest so gut ich mich noch daran erinnere.

Also *räusper*.

Als nächstes wäre natürlich die Reise nach Pandala gewesen. Dort hätte es dann ein Training als Multi-Eca gegeben. So Avatar, Herr der Elemente-Style. Dort wollte ich dann noch als Charakter einen weiteren Schüler einbauen, der unsere Helden beim Training begleitet.
Ein engagierter aber leicht dümmlicher Iop der gerne auf Sachen drauf haut (Name stand noch nicht fest).

Die Träume/Visionen sind kleine Hinweise und sollten darauf hinauslaufen, dass Ceracas später Teile vom Vampyr-Set findet. Dieses korrumpiert ihn natürlich und er ist ein wenig zwischen Gut und Böse hin und her gerissen.

Gegen Ende hätte ein finaler "Showdown" stattgefunden zwischen Ceracas und den Srams, die seine Eltern ermordet hatten. Dabei tötet Ceracas die beiden Srams was ihn endgültig zum Bösen überlaufen lässt. Das Blut der Srams tränkt sein Fell, vertrocknet und färbt es schwarz (daher auch der Titel).

Zum Schluss lässt sich Ceracas im Turm von Gisgoul als böser Vampyr-Eca nieder.
Alles im allen sollte es also eine Art "Bösewicht Origin-Story" werden.

Was aus Makaday werden sollte hatte ich noch nicht beschlossen. Natürlich hätte er versucht, Ceracas davon zu überzeugen, gut zu bleiben. Aber ob sich ihre Wege am Ende nur getrennt hätten, oder er sogar vom "bösen Ceracas" umgebracht worden wäre hatte ich damals noch nicht beschlossen. Heute würde ich ihn wohl umbringen um dem Wandel von gut zu böse mehr Gewicht zu verleihen.




So das wars dann auch schon. Ich bezweifle, dass ich jemals diese Geschichte fertig schreiben werde. Ich lese auch nicht mehr so viel wie früher, also wäre mein Schreibstil heutzutage auch sicher nicht mehr so gut.

Ich kann aber jedem, der eine Dofus-Geschichte will Das Siegel des Lebens (https://www.dofus.com/de/forum/9-halle-abenteurer-rp-only-bereich/32882-siegel-lebens) von Shapemene empfehlen. Ihre Geschichte hatte mich damals dazu inspiriert, selbst etwas zu schreiben.
 

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